Glasfaser-Ausbau in Waldbröl und Umgebung macht Fortschritte

So manches Mal fragt man sich als Bewohner im ländlichen Raum, warum es in den Großstädten schon sehr viel schnellere Internetanschlüsse gibt, in kleineren Städten wie Waldbröl und erst recht in den Dörfern jedoch die Geschwindigkeit der Internetanbindung dem technischen Fortschritt in Zeiten von Videotelefonie und Streaming weit hinterher hinkt.
Typischerweise besteht das klassische Festnetz der Deutschen Telekom aus einer durchgängigen Kupferverkabelung. Ausnahme ist die Vermittlungsstelle, die seit der Digitalisierung des Telefonnetzes bereits mit Glasfaser angebunden wird. Der Rest der Strecke, also vom Router oder Telefon zum Telefonanschluss, zum Kabelverzweiger in der Straße, dem Viertel oder Dorf und von dort bis zur Vermittlungsstelle besteht ausschließlich aus Kupferkabel.
Über Kupferkabel lassen sich aber über größere Distanz keine hohen Bandbreiten realisieren. Damit mehr Haushalte und Unternehmen Breitband-Internetanschlüsse nutzen können, muss daher sowohl die Verkabelung als auch die Technik in den Kabelverzweigern modernisiert werden. Der Begriff Fibre-to-the-Curb (kurz „FTTC“) bedeutet „Glasfaser bis zum Bordstein“. Die Telekom nutzt diese Technik bereits in den Großstädten und nun auch vermehrt in ländlichen Gebieten. Die Kabelverzweiger-Kästen am Straßenrand werden mit neuer Technik ausgestattet und durch aufwändige Tiefbaumaßnahmen mit Glasfaserkabel angebunden. Von den Kabelverzweigern werden dann die bestehenden Kupferleitungen in die Häuser genutzt, um eine höhere Bandbreite über die VDSL-Technik bereitstellen zu können.
Der geförderte FTTC-Breitbandausbau für die Ortschaften Bröl, Brölerhütte, Niederhof, Thierseifen und Wilkenroth geht planmäßig voran. Schon Ende September sollen den Einwohnern dort höhere Übertragungsgeschwindigkeiten (je nach Abstand zwischen dem Kabelverzweiger und dem Hausanschluss bis zu 50 Mbit/s) zur Verfügung stehen.
Auch der eigenwirtschaftliche Breitbandausbau der Telekom Deutschland GmbH schreitet voran. Bis Ende Dezember 2017 möchte die Telekom mehr als 40 ihrer Kabelverzweiger in der Stadt Waldbröl und in den Außenortschaften per Glasfaserkabel mit der Knotenstelle in der Vennstraße in Waldbröl verbinden.
Und es geht noch weiter: Am 16. August nahm Ulrich Domke als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin einen Förderbescheid für den weiteren FTTB-Breitbandausbau in den „weißen Flecken“, also den Bereichen des Stadtgebietes Waldbröl, die im Download nicht über mindestens 30 Mbit/s verfügen, entgegen.
Die Gesamtfördersumme beträgt 5,33 Mio. Euro und stammt jeweils zu 50 % aus den Fördertöpfen des Bundes und des Landes NRW.