Thorgai Wilmsmann (54) könnte als Nachfolger von Bürgermeister Peter Koester ins Waldbröler Rathaus einziehen. Erste Gespräche mit Wilmsmann fanden schon im Mai, unter Wahrung strengsten Stillschweigens, statt. Als er dann, nach reiflicher Überlegung und Bedenkzeit, den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, UWG und Grüne, signalisierte als Bürgermeister-Kandidat zur Verfügung zu stehen, war die Suche nach einem Nachfolger, aus Sicht der beteiligten Parteien, erfolgreich abgeschlossen! Nachdem im Vorfeld das Bemühen immer wieder an den Absagen potentieller Kandidaten gescheitert war, kam letztlich der entscheidende Hinweis auf Wilmsmann von einer 22-Jährigen. Die Tochter des UWG Fraktionsvorsitzenden Roger Helzer gab ihrem Vater den Tipp: „Frag doch mal den Wilmsmann!“ Die Lehramtsstudentin Jennifer Helzer bessert sich ihr Studentenbudget mit Arbeiten am Homburgischen Gymnasium Nümbrecht ein wenig auf! Wilmsmann ist dort seit 11 Jahren Chef. Der Papa griff die Idee auf und die kleine UWG Fraktion suchte das Gespräch, mit dem Ergebnis, dass die genannten Fraktionen, nach intensiven parteiinternen Diskussionen, bereit waren, den parteilosen Wilsmann als Kandidaten zu unterstützen. „Man muss auch mal auf die Jüngeren hören“, sagte Helzer stolz, als Wilmsmann in der Pressekonferenz am 5. September offiziell vorgestellt wurde.

In der umgebauten alten Bürgermeistervilla waren bis auf die FDP alle Fraktionen anwesend. Warum die Freien Demokraten ohne Angabe von Gründen fernblieben, war an diesem Abend nicht zu erfahren. Erst einen Tag später ließen sie verlauten, dass durch die Unterstützung aller Fraktionen nur eines einzigen Kandidaten, parteipolitisch die Türen für einen weiteren Bewerber zugeschlagen wären.

Er wäre ohne reelle Chance. Das sei das Ende des politischen Wettbewerbes! Wilsmann, in Bünde geboren, wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Rossenbach. Der hochmotiviert und entspannt wirkende Kandidat bekräftige, dass er die neue berufliche Herausforderung, die durchaus in seine Lebensplanung passe, gerne annehme.

Das Rathaus könnte ab Herbst 2020 berufliche Heimat für Thorgai Wilsmann (4.v.r.) werden.
Foto: Jürgen Sommer