„Menschen zu begleiten, ist ein Geschenk“

Der Johanniter-Hospizdienst hat das Reden über Trauer und Sterben in die
Öffentlichkeit gebracht und bisher mehr als 900 Menschen zur Seite gestanden.
Jetzt feierte er sein 15-jähriges Bestehen.

Waldbröl. „Dass wir Zeit für intensive Gespräche mit Menschen haben und auf ihre
Bedürfnisse eingehen können, das empfinde ich als ein großes Privileg“, sagt Sabine
Achenbach, Koordinatorin beim Ambulanten Johanniter-Hospizdienst für Morsbach,
Reichshof und Waldbröl. Bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen des Hospizdienstes im
evangelischen Gemeindehaus in Waldbröl blickte sie am Samstag, 15. Februar 2020, mit
Mitarbeitenden und rund 70 Gästen zurück: „Seit unserer Gründung haben wir mehr als 900
sterbende Menschen und deren Angehörige begleitet.“
Im Gespräch mit Moderator Jochen Gran, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde
Waldbröl, erzählte sie vom Start des Hospizdienstes im Jahr 2005: „Trotz Sturm und Schnee
kamen damals zahlreiche Menschen nach Reichshof-Heidberg, um mit uns diese Arbeit ins
Leben zu rufen.“ Initiator der Gründung war der im Jahr 2017 verstorbene und damalige Vize-
Bürgermeister von Reichshof, Hans-Otto Gries. Er wünschte sich einen Hospizdienst für die
Kommune und fand in den Johannitern sofort einen Träger dafür.

 

„Wir haben diesem Dienst gerne den Rahmen geboten, in dem die Helferinnen und Helfer
gemäß unseres Leitbildes dazu beitragen, das Leid in der Welt ein Stück weit zu lindern“,
erklärte bei der Feier in Waldbröl Malte Probst-von Müffling, ehrenamtlicher Regionalvorstand
der Johanniter in Rhein.-/Oberberg. „Die Nachfrage nach Begleitungen ist seitdem
kontinuierlich gewachsen“, ergänzte Hospizdienst-Koordinatorin Claudia Koch. So habe der
Hospizdienst 60 Menschen im Jahr 2009 begleitet, 2019 waren es 109.
Das Sterben und die Trauer hat der Johanniter-Hospizdienst in den vergangenen 15 Jahren
immer wieder öffentlich gemacht. Bei der Feier in Waldbröl waren die entsprechenden
Projekte und Aktionen ausgestellt: Zu sehen waren unter anderem die Paradieshemden, die
Jugendliche der Gesamtschule Waldbröl im Jahr 2015 gestaltet hatten, und in deren Taschen
sie die Dinge steckten, die für sie auf dem Weg ins Leben nach dem Tod als wichtig
empfanden. Der Hospizdienst hatte außerdem Musik- und Textvorträge über das Leben und
den Tod, Fachvorträge zu Sterbebegleitung und Palliativarbeit oder Podiumsdiskussionen zur
Krebserkrankung durchgeführt.