200 Seiten sichern Zukunft des Hallenbades

Betreibergesellschaft und Stadt unterzeichnen Vertrag

Bürgermeister Peter Koester (r.) und Malte Hübsche als Geschäftsführer der neuen GmbH,  die als Betreiber
des Hallenbades in den Startlöchern steht, unterzeichnen und paraphieren den 200 seitigen Vertrag, der von
Torsten Rothstein (l.) erstellt wurde. | Foto: Jürgen Sommer

(js) Torsten Rothstein ist nach eigenem Bekunden kein leidenschaftlicher Schwimmer, wohl aber leidenschaftlicher Kämpfer für den Erhalt und den zukünftigen Betrieb, des im Umbau befindlichen Waldbröler Hallenbades. Rothstein hat maßgeblichen Anteil an der Konzeptentwicklung und dem Vertragsentwurf, mit dem sich die inzwischen notariell beurkundete, neu gegründete gGmbH „Schwimmen in Waldbröl“, als Betreiber des Bades innerhalb der europaweiten Ausschreibung beworben hat. Am 19.12.2018 beschloss der Rat der Stadt Waldbröl den Betrieb des Bades an eben diese Waldbröler gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) zu vergeben. Geschäftsführer ist der Meister für Bäderbetriebe, Malte Hübsche. Die Betreibergesellschaft wird das Bad für eine Jahresgebühr von 72.000 Euro von der Stadt pachten. Im Gegenzug verpflichtet diese sich für Energiekosten und das Schulschwimmen einen Zuschuss in Höhe von insgesamt 250.000 Euro pro Jahr zu zahlen. Ein gutes Geschäft für die Stadt, denn bisher mussten jährlich 500.000 Euro für das in die Jahre gekommen alte Hallenbad berappt werden. Viele Stunden hat Rothstein ehrenamtlich in die Ausarbeitung des komplexen Vertrages investiert. Unterstützt wurde er von Mitgliedern des Schwimmvereins Waldbröl, der Ortsgruppe des DLRG und der Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt, die unter dem Dach der gGmbH, Teile der Betreibergesellschaft sind. Das Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro wurde gemeinsam aufgebracht. Festgeschrieben ist auch, dass von den Betreibern bis zum kommenden Jahr 100.000 Euro an Spendengeldern gesammelt werden müssen. „Diese Summe ist notwendig, um ein Anlaufkapital und ein Polster als Rücklage zu haben“, erklärt Rothstein, der mit Stolz darauf verweist, dass das Bad durch bürgerschaftliches Engagement gerettet wurde. Der Vertrag zwischen der gGmbH und der Stadt wurde von Bürgermeister Peter Koester und Malte Hübsche vor wenigen Tagen im Rathaus unterzeichnet. „Ein historischer Moment für die Wohnstadt Waldbröl“, merkte Koester an, der vom Erfolg des Konzeptes mit seiner gesellschaftlichen Komponente überzeugt ist. „Wir schaffen etwas für alle Bürger, für Jung und Alt und für Groß und Klein“, so der Rathauschef. Die Eröffnung des modernen, mit einem Bistro ausgestatteten, barrierefreien Bades, dessen Umbau 6,5 Millionen Euro verschlingen wird, soll spätestens Anfang 2020 erfolgen. Für die Stadt ist es unter dem Strich ein Schnäppchen, denn 5,2 Millionen werden als Fördergelder für den Umbau im Stadtsäckel landen.