„In diesem Jahr wollen wir nur unterhalten“ – Regisseur Thorsten Schmidt

Den Chihuahua – der eigentlich Titelheld ist – bekommt das Publikum erst am Ende des Stückes zu sehen. Tot! Gefunden von Knut Knott (Kurt Mai) unter den Trümmern des Bauernhauses.
Foto: Jürgen Sommer

(js) „In diesem Jahr wollte das WKTheater eine Komödie präsentieren“, erklärt Thorsten Schmidt, der für Inszenierung und Regie von Jan Neumanns „Chihuahua“ verantwortlich zeichnet. Der kleinste aller Hunde ist als inkontinentes Minihündchen auf der Bühne allgegenwärtig, jedoch nie zu sehen. Dafür stinkert er durch seine Duftmarken und Hinterlassenschaften immer und überall und sorgt so für gut dosierte Störungen und Unruhe bei den Protagonisten. Die Story rankt sich um Andi ( Peter Becker) den Fernsehregisseur, der von seinem Großvater einen alten Bauernhof erbt und damit die Chance sieht, eine klassische Karriere als Aussteiger beginnen zu können. Andi werden aus unterschiedlichen, eigennützigen Interessen allerlei Fakes und Phantasiekatastrophen präsentiert, in der Hoffnung, ihm das vermeintlich wertlose Erbe mies machen zu können, um selbst Nutznießer zu werden. Zum guten Schluss stürzt das renovierungsbedürftige Bauernhaus auch noch ein und der Chihuahua wird vom Stromschlag getroffen! Ein perfektes Ende schöner Lebensträume! Thorsten Schmidt hat die Inszenierung so angelegt, dass im ersten Teil der Aufführung die Story und die teils schrillen Charaktere der Protagonisten, die allesamt eine große schauspielerische Leistung abliefern, detailreich dargelegt werden. Nach der Pause nimmt die Komödie gewaltig an Fahrt auf und der Funke springt schnell auf das Publikum über. Vor allem die Figur des Knut Knott, ein dem Alkohol zugewandter, naiv daherkommender und arbeitsloser Schauspieler – brillant dargestellt von Kurt Mai – trägt das Clowneske in die Komödie ohne dem Klamauk zu nahe zu kommen. Schon bei der Generalprobe hatte das Team spekuliert, an welchen Stellen Wortwitz und Situationskomik beim Publikum durchzünden würden. Bei der Premiere lag Teil zwei nach der Pause klar vorn, was Lacher und Publikums-Reaktionen betrafen. Am Ende bleibt nach 120 Spielminuten beim Publikum neben einem Schmunzeln auch ein Stück – von der Komödie abgerückte – Nachdenklichkeit.

An der Aufführung von Chihuahua wirken folgenden Schauspieler mit: Peter Becker, Ralf Tenbrake, Elisa Huland, Nathanael Schibli, Britta Faulenbach, Kurt Mai und Kaspar Zekorn. Bühne und Technik: Jonas Pardeyke, Sven Kubeile und Kaspar Zekorn.
Regieassistenz: Sandra Zekorn.