Auf Urlaub verzichtet, dafür mit 7.000 Kannen den Garten in Schwung gehalten

Einer der Lieblingsplätze für Herbert Hüwel und seine Lebensgefährtin Annelie Riegler ist die Bank an einem der beiden Teiche in ihrem Garten, dem versteckten, kleinen Paradies im Stadtgebiet.

(js) Das Paradies auf Erden, das ist für Herbert Hüwel und seine Lebensge­fähr­tin Annelie Riegler ihr Garten. Die Frage, was machen wir denn heute, ist für die beiden im Ruhestand lebenden Waldbröler schon beim Aufstehen be­antwortet. Der Garten auf dem 1.000 Quadratmeter großen Grundstück wur­­de vor 18 Jahren von beiden liebevoll angelegt, stetig erweitert und umsorgt. Von morgens bis abends! Zwei Teiche, 100 Blumentöpfe aller Größen sowie wunderschön bepflanzte Blumenkäs­ten, unzählige Gewächse zum Teil zu Zierformen herangezogen und ge­schnit­ten, verlangen nach kundiger Hand! Der sogenannte „Grüne Dau­men“ reicht hier bei Weitem nicht aus. Den Urlaub haben die beiden in die­sem Jahr zu den Akten gelegt. Die Trockenheit hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt­dessen sind Herbert und Annelie täg­lich mit der Gießkanne unterwegs. Nachdem die eigens angelegten Re­gen­wasservorräte erschöpft waren, wurde das Gieß-Wasser dem Leitungs­netz entnommen. „70.000 Liter Wasser­verbrauch stehen bisher schon auf der Uhr“, sagt Herbert Hüwel fast schon mit Stolz und mit Blick auf den blü­henden Garten. Der Garten lebt, das sieht man. Leblos, dafür mit viel Aus­druck zeigen sich die unzähligen Gips-, Ton- und Betonfiguren, die überall im Garten aufgestellt sind. Es schauen Tiere, Trolle und andere Fabelwesen aus Sträuchern und Stauden hevor. „Nur der klassische Gartenzwerg hat es nicht durchs Gartentor geschafft, er war hier nicht erwünscht“, lachen beide Gartenfans, die auch schon Preise für ihr Paradies eingeheimst haben. Im Rahmen des Wettbewerbs „Unsere Stadt blüht auf“ wurden sie 2009 und 2011 mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Einen Wettbewerb für den illuminierten Garten gibt es noch nicht, aber hier wären die Waldbröler auch Anwärter für die vorderen Plätze. Überall sind Lampen und Lämpchen installiert, die Zeituhr gesteuert den Garten bei Dunkelheit in ein Zauber­land verwandeln. Das ist besonders im Winter wenn Schnee liegt traum­haft, schwärmen die kreativen Garten­gestalter.
Eins ist sicher, der nächste Winter kommt bestimmt, aber bis dahin wird noch manche Gießkanne entleert werden müssen, auf der täg­lichen, zweieinhalbstündigen Bewäs­se­rungs­runde.