Foto: Micha Vorländer

Zum Tag der Deutschen Einheit hatte die Stadt Waldbröl zu einer Festveranstaltung in der Evangelischen Kirche eingeladen. Zahlreiche Besucher aus der Waldbröler Kommunalpolitik, den Vereinen sowie Vertreter der Schulen und Gäste aus den Partnerstädten Witham (England) und Jüterbog (Brandenburg) sowie der Stadt Aßlar (Partnerstadt von Jüterbog in Hessen) waren der Einladung gefolgt.
Das musikalische Rahmenprogramm begann stimmungsvoll mit einem Beitrag des Waldbröler Posaunenchors, dessen Klang von der Empore die Kirche erfüllte.
Bürgermeister Peter Koester begrüßte die Gäste mit einer kurzen Ansprache zur Deutschen Einheit, in der er auch die aktuelle Situation im Land und Stimmung zur Bundespolitik treffend beschrieb.
Stellvertretend für die Ökumene der Waldbröler Kirchen empfing der katholische Pfarrer Jansen die Besucher ebenfalls mit einem Grußwort.
Anschließend beeindruckte der Sister Act Chor unter Leitung von Romy Bürger die Anwesenden mit einem Liedvortrag in Perfektion, so dass Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue Eingangs betonte, es sei schwer nun im Programm „mit einer langweiligen Rede“ fortzufahren. Raues Rede war jedoch alles andere als langweilig. Mit vielseitigen Bezügen auf aktuelle Themen erinnerte er an die Zeit der Wiedervereinigung und die seitdem erfolgte Entwicklung seiner Heimat.
Das Blechbläser-Ensemble des Posaunenchors unter Leitung von Tim Marenbach spielte eine klangvolle Interpretation des Liedes „One Moment in Time“ (Dt.: „Ein Moment in der Zeit“).
Die stellvertretende Bürgermeisterin (Councillor) von Witham, Clare Lager, sprach einige Begrüßungsworte auf Deutsch und Englisch. Sie betonte die Freude darüber, in Waldbröl zu Gast zu sein und ihr Bedauern über die aktuellen Entwicklungen des „Brexits“ (Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union). Nach einem Grußwort von Bürgermeister Roland Esch (Stadt Aßlar) wurde von Pfarrer Jochen Gran und den Initiatorinnen Petra Döhl-Becher, Vera Schöfer sowie Christiane Vogel das Kunstprojekt Waldbröl vorgestellt, dessen Ergebnisse in Form von großformatigen Bildern an der Wand der Kirche zu besichtigen waren.
Abwechslungsreich ging es weiter mit einem musikalischen Duo aus Syrien: Masoud Sulaiman und Hesham Mohamad kamen als Flüchtlinge nach Waldbröl und haben inzwischen über den Freundeskreis Asyl viele Kontakte geknüpft. Sie spielten orientalische Liedvorträge mit Oud (syrisches Saiteninstrument ähnlich der Laute), Darbuka (Trommel) und Gesang.
Auch Pfarrer Jochen Gran hielt eine Rede zur Deutschen Einheit und plädierte dafür, dass die Kirchen auch wieder mehr gesellschaftliche Initiative und Verantwortung übernehmen, statt zu sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein.
Ein Schüler des Hollenberg-Gymnasiums Waldbröl hielt einen interessanten Vortrag rund um das Leben und Handeln des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und die Gründe, warum sein Abbild als Büste vor der Ev. Kirche Waldbröl zu sehen ist. Jürgen Knabe, Superintendent des Ev. Kirchenkreises an der Agger, ging in seiner Ansprache anschließend auf die Rolle von Friedrich Wilhelm III. für die gleichberechtigte Entwicklung der beiden christlichen Kirchen speziell in unserer Region ein.
Zum Abschluss des Festaktes in der Kirche trugen sich die Bürgermeister der Partnerstädte sowie die Pfarrer für die Waldbröler Ökumene gemeinsam ins Goldene Buch der Stadt ein. Dann wurde gemeinsam mit allen Besuchern die Europahymne und die Deutsche Nationalhymne angestimmt.
Im Anschluss wurde die renovierte Büste Friedrich Wilhelms III. vor der Kirche eingeweiht, bevor alle Besucher zum Ausklang zu einem Imbiss, Getränken und Gesprächen im Ev. Gemeindehaus am Wiedenhof eingeladen waren.
Ein Audio-Mitschnitt der kompletten Festveranstaltung mit allen Reden und Musikbeiträgen ist auf der Website der Ev. Kirche Waldbröl abrufbar.
ev-kirche-waldbroel.de