Till Idelberger (Stellv. Vorsitzender VVV), Christian Eidmann (DJH), Carsten Becker (Vorsitzender VVV) und Reinhard Grüber (Ehrenvorsitzender VVV) eröffneten die Ausstellung in Panarbora

Die Ausstellung einer historischen „Seifenkiste“, also eines provisorischen, unmotorisierten Renn-Vehikels und weiterer Exponate, erinnert im Foyer von Panarbora derzeit an die Geschichte der Seifenkistenrennen in Waldbröl. In den 1950er Jahren von ADAC, CVJM und Pfadfinderschaft ins Leben gerufen, wurde diese Tradition bis in die 90er-Jahre vom VVV fortgeführt. Das allererste Rennen führte 1951 von Biebelshof die Straße herunter bis in den Hauptort Waldbröl, dort wo heute Star-Tankstelle und Zufahrt zum Krankenhaus zu finden sind. Über 100 Teilnehmer mit ihren selbstgebauten „Seifenkisten“ fuhren die etwa 1,5km lange Strecke mit der berüchtigten Emma-Kurve, in der viele Unfälle passierten. So verloren zum Beispiel einfache Seifenkisten mit Kinderwagen-Rädern ihre komplette Hinterachse. Reinhard Grüber, heute Ehrenvorsitzender des VVV, erinnert sich, dass er beim ersten Rennen als 10-jähriger mitfuhr, aber ohne Chance auf den Sieg blieb. Im nächsten Jahr wurde mit dem Wiedenhof eine etwas kürzere und weniger steile, aber dennoch rasante Strecke als Schauplatz für das Waldbröler Seifenkistenrennen gewählt. In den 1990ern belebte der Verkehrs- und Verschönerungsverein unter Leitung von Reinhard Grüber die Tradition erneut. Die Strecke führte vom Löher Weg herunter bis zum Feuerwehrhaus. Spektakulär war die damals schon holprige Gerberstraße. Beim ersten Rennen fuhren erneut über 100 Seifenkisten mit. In zahlreichen Waldbröler Haushalten wurde an den fahrbaren Untersätzen gebastelt.
Später wurde die Schladerner Straße als Austragungsort gewählt und dafür sogar eine Teilsperrung der Bundesstraße durchgeführt.
Ziel der Ortswechsel war es stets, die Gefahren dieses „Sports“ zu reduzieren und trotzdem einen spannenden Rennverlauf zu bieten. Die Zeitmessung erfolgte schon damals präzise über Lichtschranken an Start und Ziel. Alle Gewinner erhielten Pokale und es gab zahlreiche Sponsoren und sogar Preisgelder. Spektakulär und beliebt waren bei jeder Versnstaltung die „Prominenten-Rennen“. So traten z.B. Pastor Dorlas (genannt „Don Camillo“) gegen den katholischen Priester und früheren Metzgermeister Pastor Stausberg gegeneinander an. Ökumene war damals noch nicht üblich. Der ursprünglich olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“ wurde später durch immer mehr „semiprofessionelle“ Teilnehmer aus ganz Deutschland ad absurdum geführt. Mit ihren immer schnelleren und solideren Seifenkisten passierten leider auch immer mehr schlimme Unfälle. Bei einem Rennen gab es fünf Verletze, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Schließlich musste die Tradition aus haftungsrechtlichen Gründen und immer größeren Auflagen eingestellt werden.
Die in Panarbora ausgestellte Seifenkiste ist ein semiprofessionelles Exemplar, das 1993 in Altötting (Bayern) sogar den zweiten Platz bei einer Deutschen Meisterschaft erreichte. Darüber hinaus sind alte Zeitungsausschnitte, Plakate und weitere Erinnerungsstücke zu sehen.
Der VVV möchte mit der Ausstellung an die große Tradition der Seifenkistenrennen erinnern und dankt dem Deutschen Jugendherbergswerk und Herrn Eidmann (stellv. Jugendherbergsleiter von Panarbora), die Umsetzung dieser Idee zu ermöglichen.