Die NABU Ortsgruppe Waldbröl ist eine der aktivsten im Kreis.

  
Fotos: Jürgen Sommer

(js) „Können Sie mir sagen was das hier für eine Pflanze ist?“ Häufig legen Kunden nicht nur ein Rezept auf den Tresen der Waldapotheke, sondern auch gleich ein seltenes Pflänzchen dazu. „Sie sind doch im NABU und kennen sich aus!“ Meistens weiß Reiner Stegemann in diesen Fällen tatsächlich Rat. Der passionierte Naturschützer ist in der Ortsgruppe Waldbröl einer von vielen ehrenamtlich tätigen, aktiven Mitgliedern. Der Aufgabenbereich ist umfassend und vielseitig. „Auch Rat und Verwaltung greifen gerne auf die fachliche Beratung durch den NABU zurück“, erklärt Stegemann nicht ohne Stolz. Dass eine geplante Bebauung im Königsbornpark abgelehnt wurde, ist unter anderem dem Rat des NABU zu verdanken. Die dortige Krähenkolonie, eine der größten im Kreis, wäre verloren gegangen, so die Einschätzung der Naturschützer. Wichtig sind auch die Partnerschaften mit den Kindergärten und den Buddhisten. Mit den Kindern werden Igelhäuser gebaut und auf den Obstwiesen Äpfel aufgesammelt, die in die Mosterei nach Lindscheid gefahren werden. Eine Flasche Saft gibt es zur Belohnung. Bei den Buddhisten geht es um die Pflege der Obstwiesen sowie das Anbringen von Fledermauskästen. Alles was an besonderen Standorten kreucht und fleucht, wächst und gedeiht oder beseitigt werden muss, ist im Fokus des NABU: So muss an den Geininger Teichen immer wieder das Springkraut entfernt werden, und in den Wasseramselkästen steht der Hausputz an. Wie ordnen wir Nistplätze für Mehlschwalben an, wollte ein Hausbesitzer in Helzen wissen und ließ sich vom NABU beraten. Wer sich für den Obstbaum-Schnitt oder die Erkennung von Vogelstimmen in der Natur interessiert, kann sich zu den speziellen Exkursionen, die der NABU anbietet anmelden. Wer aktiv tätig sein möchte darf sich gerne an der jährlichen Säuberung der Dohlennester im Turm der katholischen Kirche beteiligen. In manchen Jahren sind es am Ende acht Müllsäcke voll mit Ästen, Zweigen, Tempotaschentüchern oder Überbleibsel von Silvesterraketen, die aus dem Turm geschleppt werden. „Manchmal wollen Kunden wissen, was sie mit aufgefundenen verletzten Tiere machen sollen“, berichtet Stegemann und erwähnt, dass er erst kürzlich einen verletzten Falken in einer Pflegestation unterbringen konnte, der dort aufgepäppelt und anschließend wieder ausgewildert wurde. Neue Mitglieder sind gerne gesehen. „Vor allem junge Leute brauchen wir“, sagt Stegemann und erläutert, dass das Anbringen mancher Nistkästen in schwindelnder Höhe geschieht. Da ist Schwindelfreiheit gefragt und Kenntnisse im Umgang mit technischen Geräten, wie den modernen Steigern. Sogar die Drehleiter der Feuerwehr hat schon im Auftrag des Naturschutzes geholfen. Ohne zu klettern und ohne sich bücken zu müssen kann man dagegen die Auswahl an mediterranen Kräutern bewundern, die Stegemann jedes Jahr am Brunnenrondell vor seiner Apotheke pflanzt. „ Manch einer schneidet sich auch ein paar Blättchen ab“, merkt der Apotheker amüsiert an, bevor er auf einige wichtige Termine hinweist: Vogelstimmenwanderung am 29.04.2018 um 7.00 Uhr, Treffpunkt Aldi Parkplatz; Wanderung mit Apotheker Reiner Stegemann 05.09.2018 um 18.00 Uhr, Parkplatz an der Kirchenhecke; Pilzexkursion am 22.09.2018 um 14.00 Uhr mit Apotheker Harald Homa, Parkplatz Dreieichen im Nutscheid; Vortrag am 07.11.2018 um 19.00 Uhr: „Wer hat Angst vor Schlangen?“ Referent Jürgen Hennlein, Fahrschule Unger am Busbahnhof.