Viel Engagement hinter nüchternen Zahlen

 
In diesem Jahr gab es zahlreiche Beförderungen und Ehrungen bei
der Freiwilligen Feuerwehr Waldbröl. | Foto: Jürgen Sommer

 

(js) Das große ehrenamtliche Engagement der Frauen und Männer, die in der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) der Stadt Waldbröl ihren Dienst leisten, zeigte sich in diesem Jahr in besonderer Weise: 25 Beförderungen, 8 Ehrungen für jahrzehntelange Mitgliedschaft und die Ernennung von Ricarda Wehling zur Stadtjugendfeuerwehrwartin konnte der Leiter der Waldbröler Feuerwehr, Veit Mach, auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus Thierseifen aussprechen. Viele Fortbildungen, Ausbildungsstunden und Lehrgänge sind den Beförderungen vorausgegangen. Unter anderem stellte Mach die Effizienz der Wehr an Hand von nüchternen Zahlen dar: 202 Mitglieder zählt die FFW, darunter sind 117 Aktive. Mit 24 Jungen und Mädchen ist die Jugendfeuerwehr gut aufgestellt und in der Ehrenabteilung sorgt Günter Pätzold für den Zusammenhalt der 61 Ehemaligen. Die Statistik für das Jahr 2017 weist insgesamt 159 Einsätze aus. 29-mal lösten Brandmeldeanlagen(BMA) aus. Teilweise sorgen sie immer wieder für großen Unmut! Besonders dann, wenn in einer Kantine oder Großküche irgendein „Schussel“ (der Begriff sei hier erlaubt) ein Würstchen anbrennen lässt und damit automatisch die Meldeanlage auslöst. Dann hetzen ein Dutzend Wehrmänner von ihrer Arbeitsstelle zur Wache. Besetzen die Fahrzeuge, eilen in Alarmfahrt zum Auslöseort um festzustellen: Blinder Alarm, Kommando zurück! 45-mal rückten die Einheiten zu Bränden aus. Der zweimalige Scheunenbrand auf der Aspenhöhe und der Großbrand einer Lagerhalle in Dattenfeld am 21.Juni 2017 gehörten dazu. In Dattenfeld kämpften die Wehrleute bei hochsommerlichen 35 Grad in ihren dicken Schutzuniformen bis zur Erschöpfung gegen die Flammen an. 81-mal wurde technische Hilfe geleistet. So bei 12 Verkehrsunfällen. Unter anderem in Benroth, wo ein übereiliger Pizzabote sein Auto auf den Kopf stellte. 13-mal waren Menschen in Not geraten und in 23 Fällen wurden Wasser- oder Sturmschäden beseitigt. Ein unvergessenes Highlight war für viele der Besuch der Bundeskanzlerin in Waldbröl am 4. Mai 2017, wo die FFW zur Sicherung der Hubschrauber-Landung an der Kirchenhecke zum Einsatz kam. Ein Sorgenkind der meisten Feuerwehren ist die Personalstärke. In Waldbröl sollen vermehrt Quereinsteiger und der Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr das Problem auf Dauer lösen, erklärte Mach. In seinem Grußwort wies Vize- Kreisbrandmeister Mathias Schneider darauf hin, dass in der Öffentlichkeit leider immer nur die Großereignisse besonders wahrgenommen werden. Für die Wertschätzung sei es aber wichtig, auch den Feuerwehralltag, der oft im Verborgenen stattfindet, entsprechend zu würdigen. Bürgermeister Peter Köster, der im vergangenen Jahr allen Einheiten einen Besuch abgestattet hatte, erinnerte in seinem Grußwort schmunzelnd daran, dass er bei seinen Besuchen auch noch einiges dazugelernt habe. Sowohl was das Anleitern als auch das Grillen betreffe. Köster dankte allen Führungskräften und Mitgliedern für ihren selbstlosen Einsatz und schloss einen besonderen Wunsch an:“ Wir wollen hoffen, dass Sie alle nach den Einsätzen wieder heil nach Hause, in den Kreis der Familie, zurückkehren werden!“