Mittendrin statt nur dabei – die Stadtentwicklung in Waldbröl ist in vollem Gange

Kirchplatz – Entwurf Greenbox, Köln; Fertigstellung Herbst 2017 | Foto: Jochen Weber

Seit der Grundförderantrag zum Stadterneuerungsprogramm im Jahr 2013 gestellt und seitens des Landes anerkannt wurde, wird aus einem dicken „Werkbuch“ und zahlreichen Maßnahmenbeschreibungen mehr und mehr sichtbare und nachhaltige Veränderung. Bei der Umsetzung der Gesamtstrategie folgt eine Umleitung des Verkehrs der anderen und ist bereits Vorbereitung für eine darauf folgende Baustelle. Jede Teilmaßnahme steht in einem größeren Zusammenhang und ist inhaltlich, räumlich wie zeitlich oft mehrfach voneinander abhängig. Nach und nach wird die Innenstadt „umgekrempelt“.
Kürzlich konnte mit der Eröffnung des Boxbergkreisels eine große Zwischenetappe erreicht und gefeiert werden. Mit dem größten Kreisverkehr im Oberbergischen wird die Voraussetzung für das neue Verkehrskonzept in der Innenstadt geschaffen. Zum ersten Mal seit langem konnte am 8. September 2017 die Wiehltalbahn mit der historischen Dampflock „Waldbröl“ durch das neue Viadukt unter dem fünfarmigen Boxberkreisel hindurchdampfen. Die Aktivierung der neuen alten Verkehrsachse im Bergischen Land wurde mit der Maßnahme „Eingangstor Bahnhof Waldbröl“ als Impuls für den Stadtumbau aufgegriffen.Im Jahr 2016 wurden in interkommunaler Kooperation mit der Gemeinde Windeck dieses und weitere Projekte in Waldbröl ergänzt und in einen regionalen Zusammenhang gestellt. Die Gemeinde Windeck steht in den Startlöchern zur Realisierung einer Mobilstation am Bahnhof Schladern. Mit diesem Angebot wird die Anbindung der Region an den öffentlichen Nahverkehr und eine interkommunale Verknüpfung der regional bedeutsamen Einrichtungen hergestellt. An der direkten Verbindungsstrecke von Windeck nach Waldbröl liegt der imposante „Naturerlebnispark Panarbora“. Dieser schafft mit Baumwipfelpfad, Aussichtsplattform und Restaurant seit der Eröffnung im Jahr 2015 bereits wichtige Impulse für den Nahtourismus und entfaltet eine Strahlkraft, die über die Region hinaus wirkt.
In der Innenstadt soll zukünftig die Hierarchie der Straßen neu geordnet werden. Das heißt, die  Kaiserstraße als Hauptverkehrsachse und Rückgrat der Innenstadt ist zu entlasten, die heutigen Nebenstraßen sind als ebenbürtige Straßen auszubauen. Ziel ist ein innenstadtverträgliches Verkehrssystem: FußgängerInnen und RadfahrerInnen erhalten Raum. Damit werbsergebnis wird aktuell geprüft und konkretisiert.

Wettbewerb Marktplatz – 1. Rang, Sommer 2017 Perspektive Club L94

Durch die Initiative der Stadt, motivierte PlanerInnen und besondere Unterstützung von Einzelpersonen wird der Tatendrang auch bei immer mehr privaten Immobilienbesitzern und örtlichen Unternehmen geweckt. Die einen werden bei der Umgestaltung bestehender Gebäude unterstützt. Die anderen nutzen die vielversprechende Entwicklung, um mit Neubauten oder neuen Geschäftsstandorten in Waldbröl zu investieren. In den letzten zehn Jahren ist in und um Waldbröl bereits eine Summe von mehr als 92 Millionen Euro investiert worden. Große Summen sind beispielsweise seitens des Kreiskrankenhauses und durch das European Institute of Applied Buddhism (EIAB) aufgewendet worden. Beide Einrichtungen festigen mit ihren Angeboten den Standort Waldbröl als Wohn- und Lebensort, aber auch als Ort der physischen und psychischen Gesundheit. Allein im Rahmen der Städtebauförderung werden weitere Investitionen in Höhe von rund 25 Millionen Euro bis zum Jahr 2025 in die Innenstadt fließen. Zur weiteren Entfaltung der bereits begonnenen Veränderungen muss auch das bisherige Erscheinungsbild
der Innenstadt zu einem qualitätvollen Stadtbild aufgewertet und die vorhandenen Angebote müssen regional
und interkommunal gestärkt und ergänzt werden. Ob BürgerInnen, KundInnen oder Touristen – alle können die Aufbruchstimmung wahrnehmen und sollen in Zukunft weitere Anreize finden, Waldbröl und das Oberbergische Umland neu zu entdecken, hier zu bleiben oder wiederzukommen.
Mit der Verknüpfung aller Projekte und mit neuen Impulsen auf unterschiedlichen Ebenen wächst Waldbröl als Stadt und als Gesellschaft zusammen. Für und vor allem mit den Menschen in Waldbröl wird bis zum Jahr 2025 aber auch weit darüber hinaus gemeinsam Zukunft gedacht, gemacht und gestaltet.

Bürgerdorf am Alsberg, Entwurf 2016 | Modellfoto: Archwerk, Bochum

 

Gartenhallenbad für alle, Entwurf 2016 Perspektive pos4 architekten, Düsseldorf

 

Masterplan IEHK, Stand 2017 Grafik ASS