Organisation Interplast Germany e.V. hilft in den ärmsten Ländern

Innerhalb der zwei Wochen konnte das Ärzteteam rund 55 Operationen in Chitipa durchführen.

(tl) „Da uns berichtet wurde, die Verhältnisse vor Ort seien ‚sehr einfach‘, haben wir geplant und gepackt, um zwei Wochen – mehr oder weniger autark – die zu erwartenden Operationen durchführen zu können“, sagt Dr. Wolfram Demmer von dem BGKlinikum Duisburg. Der gebürtige Waldbröler reiste im Rahmen eines Hilfseinsatzes der Interplast Germany e.V. im Herbst vergangenen Jahres nach Chitipa. Die Kleinstadt befindet sich im gleichnamigen Distrikt auf etwa 1200 Metern Höhe im Bergland des Dreiländerecks von Malawi, Sambia und Tansania (Süd-Ostafrika). Mit im Team der freiwilligen Helfer für diesen Einsatz waren auch Chirurg Dr. Kristian Welle (Universitätsklinikum Bonn), Dr. Julia Steinberger (Sankt-Antonius-Hospital Eschweiler), OP-Schwester Laura Mertens (Uniklinikum Bonn) sowie Anästhesist Dr. Rupert Pöschel (Göttingen) und die Anästhesieschwester Karina Henning (St. Vinzenz Hospital Köln). Nach etwa zwei Tagen Reisezeit und mit rund 250 Kilogramm OP-Material erreichten die sechs Helfer am 30. September 2016 Chitipa und wurden im Distriktkrankenhaus herzlich begrüßt.
„Die Infrastruktur des Krankenhauses ist mit zwei OP-Sälen, einem Untersuchungs- und Sprechstundenraum sowie einem Röntgenraum vergleichsweise gut. Grundlegende Medikamente waren glücklicherweise in der Krankenhausapotheke vorhanden. Mangel bestand jedoch vor allem an den Verbrauchsmaterialien wie Verbände und Desinfektionsmittel“, berichtet Dr. Wolfram Demmer. Bereits am ersten Tag wurde das Ärzte und Schwesternteam von einer Menschentraube erwartet. „Unser Operationsplan füllte sich schnell. Die Indikationen reichten von angeborenen Fehlbildungen, über alte und frische Verbrennungen und Tumoren, bis hin zu klassischen und unfallchirurgischen Krankheitsbildern“, so der Arzt. „Besonders bemerkenswert war die Wiederherstellung der unteren Gesichtspartie nach der Gesichtsverbrennung eines jungen Mannens mit Herzfehler“, sagt Demmer. Nach zwei intensiven und erfolgreichen Wochen verabschiedete sich das Team um Dr. Wolfram Demmer. Insgesamt konnten die Ärzte und Schwestern in ihrem Einsatz rund 55 Operationen durchführen. „Mein Team und ich würden jederzeit wieder für einen Einsatz nach Chitipa aufbrechen und hoffen, dass die Partnerschaft zwischen dem Distriktkrankenhaus und Interplast Germany e.V. weiter ausgebaut wird“, sagt Dr. Wolfram Demmer rückblickend. Die Arbeit von Interplast Germany e.V. basiert auf freiwilligem unentgeltlichem Engagement der Mitglieder. Die entstehenden Kosten werden durch Spendengelder sowie den Jahresbeitrag der Mitglieder finanziert. Wer die Organisation unterstützen möchte, kann sich auf der Webseite informieren:
www.interplast-germany.de