Fachveranstaltung für Handel und Gewerbe lockte Unternehmer nach Panarbora

Die Fachveranstaltung war ein voller Erfolg und wird in Zukunft fortgesetzt.

(ah) „Online vs. Offline“ und „Richtig Kasse machen“. Treffender hätte die Veranstaltung am 8. November in der neuen Akademie auf Panarbora kaum lauten können. So finden sich die vermutlich größten Probleme von Handel und Gewerbe in einer Stadt wie Waldbröl auf den Punkt gebracht. Immer mehr Gewerbetreibende leiden unter dem Druck des sich verändernden Konsumverhaltens und so ist es verständlich, dass Waldbröler Einzelhändler und Geschäftsinhaber mit großer Sorge in die Zukunft blicken. Torsten Rothstein, Inhaber der Kanzlei Rothstein und Rothstein in Waldbröl, ist seit vielen Jahren Steuer- und Wirtschaftsberater zahlreicher Händler aus dem Ort und wollte, gemeinsam mit der WEW, im neuen Naturerlebenispark Mut machen. „Die Unternehmen brauchen Hilfe und jemanden, der ihnen die richtigen Perspektiven zeigt, um Lust auf die Zukunft zu haben“ fasst Rothstein die gemeinsame Idee zu dieser Veranstaltung zusammen. Besonders stolz ist Rothstein, dass er Sebastian Deppe, Mitglied der Geschäftsführung der BBE aus München, für die Veranstaltung gewinnen konnte. Deppe ist Kind einer Möbelhaus-Familie und berät seit vielen Jahren Händler in ganz Deutschland und Deppe findet deutliche Worte. Ein Blick in die Glaskugel sei nicht möglich, aber er warne außerordentlich vor Resignation, Stagnation und der Hoffnung auf Mitleid: „Die Tränendrüse ist kein Kaufargument!“ Mit großem Interesse konnten der ausgebuchte Saal Deppes Ideen zu einem nachhaltigen Handel vor Ort folgen. Das Internet sei dabei nicht der Feind, sondern die Chance. Es mache dem Händler leicht, sich mit wenig Werbeaufwand gut zu präsentieren und finden zu lassen. Wichtig sei aber die seit vielen Jahren immer noch geltende Antwort auf die Frage „warum sollte der Kunde ausgerechnet bei mir kaufen“. Oft fehle es nämlich an einer klar formulierten Antwort und die mitunter viel zu schnell formulierten Argumente „guter Service und gute Beratung“ seien bei näherer Betrachtung garnicht mehr so gut und zeitgemäß. Der Kunde sei mehr denn je aufgeklärt und vorinformiert, was er vom Verkäufer vor Ort erwartet: Begeisterung für sein Produkt und Begeisterung für den Kunden.
„Einkaufen muss zum Event werden – eine Weißbierverkostung im traditionellen Bekleidungsgeschäft kann shoppingmüde Männer ins Haus locken“ lautet eine von vielen Ideen. Beispiele von Geschäften in Kommunen, die noch abgelegener sind als Waldbröl, hat Deppe auch im Gepäck – „Investieren Sie in Ihr Personal und deren Loyalität. Das kann Sie vom Wettbewerb unterscheiden“. Ergänzen konnte Rothstein den Vortrag von Sebastian Deppe mit einem sehr informativen Fachvortrag zu den sich verändernden Formalitäten bei bargeldintensiven Geschäften. Eine Fortsetzung dieser gelungenen Fachveranstaltung ist geplant.