Frank Bohlscheid hat die Nachfolge von Ulrich Noß angetreten

Frank Bohlscheid ist der Nachfolger des bisherigen HGW-Direktors Ulrich Noß.

WfW: Herr Bohlscheid, die wichtigste Frage für unsere Leser ist natürlich die Frage nach Ihrer Person. Daher bitten wir Sie, sich vorzustellen.
Bohlscheid: Ich versuche es einmal in einer kompakten Version: Frank Bohlscheid, 47 Jahre, verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von 11 und 12 Jahren. Geboren und aufgewachsen in der Nähe von Eitorf, jedoch seit meiner Kindheit mit Beziehungen zum Süden des Oberbergischen – einer mittlerweile verstorbenen Großtante aus Wallerhausen.
WfW: Und die Großtante ist schuld an Ihrer Karriere am HGW?
Bohlscheid: Nein, meine Laufbahn als Lehrer führt über die Universität Köln zu meiner ersten Stelle am Immanuel-Kant-Gymnasium in Bad Oeynhausen. Da meine Frau und ich nach bald vier Jahren dort nicht länger eine Wochenendehe führen wollten, stellte ich einen Antrag auf Versetzung. Das Schicksal in Gestalt von Ulrich Noß sollte letztendlich meinen Wechsel nach Waldbröl entscheiden.
WfW: Herr Noß spielte Schicksal?
Bohlscheid: In der Tat. Nennen Sie es Zufall, aber Herr Noß war in anderen Belangen bei der Bezirksregierung Köln und bekam eine Liste mit Versetzungskandidaten in die Hände, auf der auch mein Name stand. So ist es ihm zu verdanken, dass ich mit meinen Fächern Deutsch und Latein hierhin versetzt worden bin.
WfW: Demnach sind Sie bereits 13 Jahre als Lehrer hier am Hollenberg. Wie haben Sie diese 13 Jahre erlebt und was hat Sie und Ihre Arbeit als Lehrer besonders beeinflusst?
Bohlscheid: Tatsächlich sind es schon 13 Jahre und ich immer wieder froh, hier sein zu dürfen. Denn ich kann mit Überzeugung sagen, dass das Pfund dieser Schule die tollen Schülerinnen und Schüler sind. Mit vielen von ihnen habe ich auch nach ihrer Schulzeit weiterhin Kontakt und freue mich über alle Mails und Poskarten.
WfW: Welche Rolle spielt für Sie die stets zunehmende Digitalisierung?
Bohlscheid: Digitalisierung ist Fluch und Segen zugleich. Die heutige fast unbegrenzte Verfügbarkeit von Wissen hat sicherlich auch die Art des Lernens verändert. Es geht heute in diesem Zusammenhang in der Schule darum, den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, mit welchen Methoden man diese Flut verarbeiten und filtern kann. Unsere Aufgabe als Lehrkräfte besteht darin, den Schülern zu zeigen, dass nicht der erste Treffer bei Google immer die richtige Antwort enthält.
WfW: Ein sehr spannendes Themenfeld. Welchen Einfluss auf Ihre Arbeit als Direktor am HGW werden diese Themen haben?
Bohlscheid: Neben methodischen Kenntnissen ist das Erlangen von Kenntnissen und Wissen von besonderer Bedeutung, um den Gefahren und Verführungen der sozialen Medien und Meinungsmachern im Netz nicht auf den Leim zu gehen. Mit diesem Rüstzeug kann man sich kritisch und verantwortlich in der Welt des Internet bewegen.
WfW: Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle als Direktor?
Bohlscheid: Neben vielen anderen Verantwortlichkeiten bin ich zunächst einmal dafür zuständig, die Vorgaben des Landes NRW umzusetzen. Dabei sehe ich mich als auch kommunikative Schnittstelle zwischen diesen Vorgaben, den Schülern und deren Eltern und den Lehrern. Dabei möchte ich mich als Vermittler in einem Prozess verstehen, der das Gymnasium auf seinem weiteren Weg in die Zukunft begleitet und dabei nach Wegen sucht, jeweils berechtigte Ansprüche von Moderne und Tradition miteinander zu verbinden.
WfW: Das HGW ist eine altehrwürdige Schule…
Bohlscheid: Altehrwürdig. Das stimmt, wenn man die lange Tradition unserer Schule betrachtet. Diese Tradition ist doch etwas Besonderes, was das HGW auszeichnet.
Zugleich ist das HGW aber auch weltoffen und modern. Es ist eine Schule von Menschen für Menschen. Das möchte ich gemeinsam mit unserem Kollegium gerne auch weiterhin den Waldbröer Bürgerinnen und Bürgern und allen in der Umgebung lebenden Menschen zeigen. Dies zeigt sich auch in der Teilnahme an vielen Aktivitäten im Stadtleben, aber auch der Kontakt zu Unternehmen in der Region ist für uns bedeutsam. Dies werden wir sicherlich so weiterführen und vielleicht auch noch ausbauen.
WfW: Ambitionierte Ziele, die Sie hier formulieren. Was braucht es daher für einen guten Direktor?
Bohlscheid: Es braucht engagierte und nette Schüler, die sich für die Welt interessieren und Lust auf Wissen haben, und es braucht ein Kollegium, auf das man sich verlassen kann. Und beides habe ich hier!
WfW: Vielen Dank für das Gespräch!